Die nächste Schulrunde der Wettbewerbe findet am 20.11.20 statt.



Deutsche Teams wieder sehr erfolgreich im Internationalen Finale


Beim diesjährigen internationalen Finale der Alympiade haben die beiden deutschen Teams vom Städtischen Gymnasium Herten und vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe die Plätze 1 und 3 belegt.

In der Schulrunde im November mussten sie sich zunächst mit der folgenden Fragestellung beschäftigen: „Die Teilnehmer der Konferenz leben im ganzen Land verstreut – wo kann man sich am günstigsten treffen?“ Nicht alle Konferenzen kann man mit einer Videoschaltung abhalten. Manchmal ist ein Treffen unumgänglich. Muss der Treffpunkt immer in der Mitte liegen? Wie definiert man eine solche Mitte bzw. wie findet man den günstigsten Treffpunkt heraus? Zur Standortoptimierungen nach unterschiedlich hierarchisierten Kriterien haben die Teams in der Schulrunde hervorragende Arbeiten verfasst, mit denen sie sich beide unter den 127 eingereichten Arbeiten für einen der 8 Plätze im Landesfinale qualifizierten.

Insgesamt haben sich an der Schulrunde der Alympiade mehr als 800 Schülerinnen und Schüler von fast 84 Schulen beteiligt. Die Arbeiten der besten 8 Teams, die sich weiterqualifizierten, zeichneten sich nicht nur durch mathematisch korrekte Berechnungen und durch sinnvolle, auf Mathematik basierenden Schätzungen, sondern auch durch eine mathematisch fundierte und kreative Analyse der Problematik kürzester Wege und optimaler Treffpunkte aus. Die Aufgabe der Schulrunde war für die beiden Teams aus Herten und Bad Laasphe lediglich der Auftakt für das erfolgreiche weitere Auseinandersetzen mit Mathematik in komplexen und aktuellen Anwendungssituationen.

Im Landesfinale Ende Januar in Soest ging darum, die Auswirkung von Klimazielen auf den Anstieg des Meeresspiegels und die Wirkung des Projekts „Plant for the Planet“ zur Begrenzung der Erderwärmung quantitativ zu ermitteln und zu bewerten. Zum Konzept des Landeswettbewerbs gehört der Austausch über Mathematik. Daher arbeiten die Schülerinnen und Schüler in Teams und präsentieren ihre Ergebnisse in Erklärvideos, Vorträgen und Posterpräsentationen für die Öffentlichkeit. Beide Teams haben in äußerst produktiver Teamarbeit sehr tragfähige Modelle und Berechnungsansätze für die komplexen Fragestellungen entwickelt, mit Tiefgang und in sehr verständlicher Form präsentiert und sich damit für das internationale Finale qualifiziert.

Das Finale fand in Garderen statt, einer kleinen Gemeinde im Nationalpark Hoge Veluwe in der Nähe von Apeldoorn. Jedes Team wohnt dort in einem eigenen Bungalow, wo nicht nur geschlafen, sondern auch gearbeitet wird. Die Konkurrenz für unsere beiden Teams war groß, denn sie sollten gegen Teams aus der ganzen Welt antreten: 6 Teams aus den Niederlanden, 2 Teams aus Dänemark, 2 Teams aus dem Iran, 2 Teams aus Japan und 2 Teams aus Kroatien. Leider mussten in diesem Jahr ein niederländisches Team sowie alle ausländischen Teams bis auf die beiden deutschen Teams wegen der Coronakrise, die schon ihre ersten Auswirkungen zeigte, kurzfristig absagen, so dass insgesamt nur 7 Teams starten konnten.

Es ging um Wahrscheinlichkeiten in Würfelspielen und den Entwurf eines möglichst attraktiven Würfelspiels unter festgelegten Rahmenbedingungen. Dazu musste die Auswirkung unterschiedlicher Wahrscheinlichkeitsverteilungen auf Spielverläufe analysiert und bewertet und anschließend auf dieser Grundlage ein originelles, anspruchsvolles, aber auch kurzweiliges Spiel entworfen werden.

Zur Entspannung hatten die Schülerinnen und Schüler abends die Gelegenheit, die Mitglieder der anderen Teams in lockerer Atmosphäre kennen zu lernen. Diese Gespräche waren in manchen Gruppen so interessant, dass sich die Schüler am Ende der Happy Hour kaum voneinander trennen konnten. Bei der Abschlussaufgabe wurde dann aber wieder gearbeitet, denn zum Abschluss des internationalen Finales kamen die entworfenen Spiele zur Anwendung und Publikumsbewertung. Die angereisten Lehrer, Eltern und Verwandten konnten die Würfelspiele testen und waren so begeistert, dass eine zusätzliche Runde gespielt wurde. Außerdem haben am Wochenende alle Teams eine Arbeit zu den bearbeiteten Aufgaben erstellt, die in den folgenden Wochen von der Jury bewertet wurde. Das Ergebnis war bei den deutschen Teams herausragend und beide Schülergruppen haben es auf das internationale Treppchen geschafft.

Das Schülerteam vom Städtischen Gymnasium Herten (s. Foto) erreichte gemeinsam mit einem niederländischen Team den 1. Platz, das Team vom Städtischen Gymnasium Bad Laasphe den 3. Platz.





Unsere Wettbewerbe

Alympiade und B-Tag sind jährliche Mathematikwettbewerbe für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 an Schulen in Nordrhein-Westfalen mit offenen und originellen Aufgaben. In den Niederlanden sind sie höchst populär und gelten als unverzichtbare Bereicherung für den Mathematikunterricht der Oberstufe. Sie werden vom Utrechter Freudenthal-Institut ausgerichtet und sollen Problemlösen, kritische Bewertung mathematischer Modelle, Modellieren, Argumentieren und Teamarbeit motivieren.

Viele Beispiele finden Sie in unserem Aufgabenarchiv. Als Übersicht für Ihre Schüler können Sie auch gerne unseren Flyer ausdrucken.


Alympiade - Mathematik anwenden

Die Veranstalter möchten mit diesem Wettbewerb eine breite Schülerschaft ansprechen, sie Bezüge aus dem alltäglichen Leben zur Mathematik entdecken lassen und zum selbstständigen mathematischen Modellieren komplexer Realsituationen motivieren.
In den Niederlanden sind zur Teilnahme an der Alympiade nur Schülerinnen und Schüler aus Profilen der „Wiskunde A“ (Wiskunde heißt übersetzt Mathematik) zugelassen. Diese Profile sollen auf Studienrichtungen vorbereiten, in denen mit Mathematik in erster Linie als Anwendung gearbeitet wird. Außer durch die mathematischen Inhalte zeichnet sich das Profil der Wiskunde A durch eine spezielle Aufgabenkultur im Sinne der „realistic mathematic education“ aus. Dabei geht es vorwiegend um Aufgaben, in denen den Schülerinnen und Schülern mathematisches Modellieren auf allen Ebenen abverlangt wird.


Genaueres zum Ablauf des Wettbewerbs Alympiade finden Sie hier.

Streichhoelzer

B-Tag - Mathematik erforschen

Für Schülerinnen und Schüler, die eine Ausbildung im mathematisch-naturwissenschaftlichen oder im technischen Bereich anstreben, richtet das Freudenthal-Institut den Wiskunde-B-dag aus. Die Themen und Fragestellungen dieser Wettbewerbsaufgaben sind eher innermathematischer Art, allerdings in der Offenheit der Aufgabenstellung mit den deutschen Mathematik-Wettbewerben nicht vergleichbar, so dass die Schülerinnen und Schüler dazu angehalten sind, selbst Fragestellungen zu entwickeln.


Genaueres zum Ablauf des Wettbewerbs B-Tag finden Sie hier.